Mit einer Weihnachtsmail bedanken Sie sich bei Kundinnen und Kunden, geben hilfreiche Informationen oder weisen auf ein passendes Angebot hin. Damit die Mail Kundinnen und Kunden an Ihr Unternehmen bindet, muss ihr Inhalt zu den Empfängern passen. Reine Werbung wirkt schnell beliebig. Legen Sie zuerst das Ziel fest, prüfen Sie, ob Sie die Empfänger anschreiben dürfen, und stimmen Sie Text, Versandzeitpunkt und Gestaltung darauf ab.
Erst das Ziel festlegen
Legen Sie ein Hauptziel fest. Dann lässt sich die Mail klarer schreiben. Möchten Sie sich für die Zusammenarbeit bedanken, über geänderte Öffnungszeiten informieren oder ein Angebot machen? Wenn Sie alle drei Anliegen gleich stark in einer Nachricht verbinden, wirkt der Gruß schnell unpersönlich.
Ein Dankeschön braucht keinen Rabattcode. Ein Onlineshop kann sich zum Beispiel für das Vertrauen im vergangenen Jahr bedanken und auf eine konkrete Serviceänderung hinweisen. Ein zeitlich begrenztes Angebot sollte klar als Verkaufsaktion erkennbar sein und zur Empfängergruppe passen.
Fragen Sie sich vor dem Schreiben: Was nimmt die Person aus dieser Mail mit? Lautet die Antwort nur „Weihnachten“, nennen Sie einen persönlichen oder praktischen Grund für den Kontakt. Fehlt ein solcher Grund, lassen Sie die Nachricht weg.
Empfänger sorgfältig auswählen
Prüfen Sie vor dem Versand, ob Sie die Kontakte rechtmäßig anschreiben dürfen. Ein früherer Kauf allein berechtigt nicht automatisch zu jeder weiteren Werbemail. Auch ein saisonaler Gruß gilt als Werbung, wenn er geschäftlichen Zwecken dient.
Nach § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb brauchen Sie für Werbe-E-Mails grundsätzlich eine ausdrückliche Einwilligung, bevor Sie die Mail versenden. Für bestehende Kunden gilt eine Ausnahme nur, wenn alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind: Die Adresse wurde beim Verkauf einer Ware oder Dienstleistung erhoben, die Mail wirbt für eigene ähnliche Angebote, der Kunde hat nicht widersprochen und das Widerspruchsrecht wurde bei der Erhebung sowie bei jeder Verwendung klar erklärt.
Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob jemand schon einmal bestellt hat. Kontrollieren Sie auch, wie die Adresse erhoben wurde, welche Hinweise dabei erschienen und ob ein Widerspruch vorliegt. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Empfängerliste vor dem Versand rechtlich prüfen. Eine leicht erreichbare Abmeldemöglichkeit gehört bei Werbemails dazu.
Persönlich und nützlich schreiben
Ein Gruß wirkt glaubwürdiger, wenn er sich auf die Geschäftsbeziehung bezieht. Ein Geschäft kann sich für die langjährige Zusammenarbeit bedanken. Ein Onlineshop kann auf einen hilfreichen Service hinweisen, den Kundinnen und Kunden im vergangenen Jahr genutzt haben. Nennen Sie persönliche Details nur, wenn sie zur Geschäftsbeziehung passen und die angesprochene Person nicht überraschen.
Halten Sie den Text kurz und verständlich. Zum Beispiel:
Vielen Dank für Ihr Vertrauen und die Zusammenarbeit in diesem Jahr. Wir wünschen Ihnen erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.
Fügen Sie einen Link oder eine Aufforderung zum Handeln nur ein, wenn beides zum Ziel der Mail passt. Bei einem reinen Dank ist kein Kaufaufruf nötig. Bei einer Aktion muss klar sein, was Sie anbieten und an wen sich das Angebot richtet. Übertreiben Sie die persönliche Ansprache nicht: Ein Name im Betreff macht eine Nachricht mit austauschbarem Inhalt noch nicht persönlich.
E-Mail-Angebote können für Kundinnen und Kunden durchaus relevant sein. Eine Studie zum Onlinehandel von United Internet Media und Annalect aus dem Jahr 2025 ergab für Deutschland, dass 95 Prozent der Befragten zumindest selten Gutscheine aus E-Mails in Onlineshops nutzten. 86 Prozent wurden zumindest selten per E-Mail auf neue Produkte aufmerksam. Diese Werte zeigen, wie Menschen E-Mails allgemein nutzen. Sie sagen nichts darüber aus, wie Weihnachtsmails wirken. Die Zahlen zeigen also weder, dass Gutscheine Kundinnen und Kunden stärker an ein Unternehmen binden, noch dass jede Zielgruppe ein Angebot erwartet.
Versandzeitpunkt nach Anlass wählen
Es gibt keinen Versandtag, der für alle Weihnachtsmails passt. Ein Hinweis zu Lieferfristen oder Öffnungszeiten muss früh genug ankommen, damit Empfänger danach handeln können. Ein allgemeiner Gruß ist weniger zeitkritisch und kann auch zum Jahreswechsel oder im Januar passen.
In der Vorweihnachtszeit konkurrieren viele Nachrichten um Aufmerksamkeit. Auswertungen zum Versandzeitpunkt kommen je nach Branche zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf jede Branche übertragen. Nutzen Sie solche Angaben als Orientierung, nicht als feste Vorgabe. Wenn Sie regelmäßig versenden, vergleichen Sie die Ergebnisse Ihrer eigenen Kampagnen zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Planen Sie den Versand außerdem passend zum Anlass: Eine Lieferinformation gehört vor die Bestellfrist, eine Neujahrsnachricht darf nach den Feiertagen eintreffen. Schicken Sie nicht mehrere Nachrichten kurz hintereinander, wenn die zweite keine zusätzlichen Informationen oder Vorteile bietet.
Gestaltung auf dem Smartphone prüfen
Viele Empfänger lesen E-Mails auf dem Smartphone. Prüfen Sie deshalb vor dem Versand, ob Betreff, Text, Bilder und Links auf einem kleinen Bildschirm gut lesbar sind. Ein schlichtes Layout, ein klar erkennbarer Absender und wenige Gestaltungselemente machen die Botschaft leichter verständlich.
Sorgen Sie dafür, dass der Gruß und alle wichtigen Informationen auch ohne Bilder verständlich bleiben. Testen Sie Links und Abmeldemöglichkeit in der fertigen Mail. Kontrollieren Sie außerdem, ob der Absender eindeutig erkennbar ist und der Betreff den Inhalt treffend beschreibt.
Erfolg der Weihnachtsmail messen
Bewerten Sie eine Grußmail nach ihrem tatsächlichen Zweck. Bei einer Verkaufsaktion liefern Klicks, eingelöste Gutscheine und Bestellungen Hinweise darauf, ob das Angebot Interesse geweckt hat. Bei einem Dankeschön sagt der Umsatz allein wenig aus. Achten Sie dort eher auf Rückmeldungen sowie auf Abmeldungen und Beschwerden.
Deuten Sie Öffnungsraten mit Vorsicht. Sie zeigen nicht zuverlässig, ob jemand den Inhalt aufmerksam gelesen hat oder sich stärker an das Unternehmen gebunden fühlt. Auch ein kurzfristiger Kauf beweist für sich genommen keine langfristige Kundenbindung. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit früheren eigenen Mailings. Achten Sie dabei darauf, ob Zielgruppe, Inhalt und Versandzeitpunkt ähnlich waren.
