Warum Adobe Photoshop der Standard in der Bildbearbeitung bleibt

Wer Fotos retuschiert, Bildteile kombiniert oder Grafiken für Websites erstellt, findet in Adobe Photoshop Werkzeuge für viele Aufgaben. Adobe ergänzt Photoshop laufend um neue Funktionen.

Underline-webdesign.de empfiehlt Photoshop als „Gutes Fotobearbeitungsprogramm“. Im aktuellen Vergleich von COMPUTER BILD belegte Photoshop CC 2026 mit der Note 1,3 Platz eins. Das Ergebnis gilt nur für diesen Vergleich. Photoshop ist deshalb nicht für jede Aufgabe die beste Wahl.

Was der Testsieg belegt

COMPUTER BILD bewertet unter anderem, wie einfach sich Photoshop bedienen lässt, welche Auswahl- und Bearbeitungswerkzeuge es bietet und wie gut es Bilder verwaltet, weitergibt und Hilfe bereitstellt. Photoshop CC 2026 erhielt den ersten Platz und die Note „sehr gut“. Der Test nennt den großen Funktionsumfang und die RAW-Bearbeitung als Stärken, führt aber auch die Einarbeitungszeit und das Abonnement als Nachteile an.

Photoshop schneidet in diesem breit angelegten Vergleich gut ab. Der Test zeigt aber weder, ob Photoshop bei jeder Aufgabe am besten ist, noch wie viele Kreativschaffende das Programm nutzen. „Standard“ meint hier, dass Photoshop ein vielseitiger Bezugspunkt für anspruchsvolle Bildbearbeitung ist. Eine statistisch belegte Marktführerschaft ist damit nicht gemeint.

Retusche, Ebenen und RAW-Bearbeitung

Photoshop eignet sich besonders, wenn Sie einzelne Bilder gezielt bearbeiten oder mehrere Bildelemente zu einer neuen Komposition verbinden. Ebenen halten Bildteile getrennt, Masken steuern, welche Bereiche sichtbar sind, und Auswahlwerkzeuge grenzen bestimmte Formen oder Motive ein. So lässt sich beispielsweise der Hintergrund eines Produktfotos austauschen, ohne das Produkt selbst neu zu bearbeiten.

Auch die Bearbeitung von RAW-Dateien gehört zum Werkzeugumfang. RAW-Dateien speichern viele unbearbeitete Bilddaten aus der Kamera. Damit haben Sie bei Belichtung und Farben mehr Spielraum als bei einer fertigen JPEG-Datei. Für einzelne Fotos können Sie diese Anpassungen mit Retusche und Ebenenarbeit verbinden, statt zwischen mehreren Programmen wechseln zu müssen.

Das ist praktisch, wenn Sie unterschiedliche Aufträge bearbeiten: Bei einem Bild reicht eine kleine Korrektur, ein anderes braucht eine aufwendige Retusche und für ein drittes müssen Sie mehrere Aufnahmen zusammensetzen. Photoshop bietet Werkzeuge für all diese Aufgaben. So müssen Sie nicht zwischen Programmen wechseln. Sie sollten sich aber mit den passenden Funktionen vertraut machen.

Generative KI in Photoshop

Adobe hat generative Funktionen wie „Generatives Füllen“ und „Generatives Erweitern“ in Photoshop integriert. Damit ergänzen Sie ausgewählte Bildbereiche oder erweitern die Bildfläche über den ursprünglichen Rand hinaus. Die generierten Inhalte können auf einer eigenen Ebene liegen. Dadurch bleibt das Ausgangsbild separat erhalten und Sie können das Ergebnis weiter anpassen.

Ein konkreter Einsatz wäre, störende Objekte aus einer Szene zu entfernen oder zusätzlichen Platz am Rand eines Fotos zu schaffen. Prüfen Sie das Ergebnis und korrigieren Sie es bei Bedarf. Für generative Funktionen gelten unter anderem Vorgaben zu Generative Credits und zur Internetverbindung. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt außerdem von der Funktion und der Region ab.

Die KI-Funktionen erweitern die vorhandenen Werkzeuge. Sie entscheiden weiterhin selbst über Bildaufbau, Retusche und Qualität. Für ein Produktfoto müssen Sie beispielsweise weiterhin kontrollieren, ob Kanten, Schatten und Oberflächen nach einer Ergänzung glaubwürdig aussehen.

Wo andere Programme besser passen

Mit Photoshop bearbeiten Sie einzelne Bilder und setzen mehrere Bildelemente zu einer Komposition zusammen. Für große Fotosammlungen reicht Photoshop als Archivlösung nicht aus. Adobe bietet zum Sortieren und Verwalten zusätzliche Programme wie Lightroom und Bridge an. Lightroom passt besonders, wenn Sie viele Fotos ordnen und RAW-Aufnahmen bearbeiten möchten. Photoshop ist geeigneter, wenn Sie einzelne Bilder detailliert verändern oder mehrere Ebenen kombinieren.

Auch andere Programme haben klare Stärken. COMPUTER BILD hebt bei Capture One Pro die Kamerasteuerung hervor, bei DxO PhotoLab die Auswahl lokaler Bildbereiche. DxO eignet sich laut Vergleich weniger für Kompositionen mit mehreren Bildebenen. Für eine kostenlose Bearbeitung kommen Affinity oder GIMP infrage; prüfen Sie dabei, ob die benötigten Werkzeuge und der Umgang mit Ihren Dateien zu Ihrem Vorhaben passen.

Wenn Sie mit anderen Personen an bearbeitbaren Photoshop-Dateien arbeiten, testen Sie den Austausch vorab. Das Dateiformat PSD speichert Ebenen und andere Bearbeitungsinformationen. Trotzdem zeigt nicht jedes andere Programm alle Effekte, Texte oder Smart-Objekte genauso an.

Kosten und Lernaufwand abwägen

Für das Abonnement zahlen Sie regelmäßig. COMPUTER BILD nennt das Abonnement als Nachteil. Der angegebene Preis bezog sich auf den deutschen Markt zum Zeitpunkt des Tests und kann sich ändern. Prüfen Sie deshalb vor dem Abschluss die aktuellen Tarife bei Adobe. Mit dem Abonnement erhalten Sie laufend Updates und neue Funktionen. Kaufprogramme erhalten nicht unbedingt dieselben Neuerungen.

Sie sollten außerdem Zeit einplanen, um die vielen Funktionen kennenzulernen. Wenn Sie nur gelegentlich Helligkeit, Zuschnitt oder Farben anpassen, nutzen Sie viele Photoshop-Funktionen vermutlich nicht. Für solche Aufgaben reicht ein einfacheres Programm häufig aus. Wenn Sie regelmäßig retuschieren, mit Ebenen arbeiten oder unterschiedliche Aufgaben bearbeiten, lohnt sich die Lernzeit möglicherweise. Dann können Sie mehrere Arbeitsschritte in Photoshop erledigen.

Photoshop oder eine Alternative wählen

Wählen Sie das Programm danach aus, welche Aufgaben Sie erledigen. Wenn Sie vor allem Fotos sortieren und RAW-Aufnahmen entwickeln, vergleichen Sie Photoshop mit Lightroom oder einer spezialisierten Fotolösung. Wenn Sie Motive freistellen, retuschieren und mit mehreren Ebenen gestalten, eignet sich Photoshop besonders gut. Für gelegentliche Korrekturen lohnt es sich, zuerst eine günstigere oder kostenlose Alternative auszuprobieren.

Berücksichtigen Sie auch die Dateien, die Sie erhalten und abgeben müssen. Fragen Sie bei Kundinnen, Kunden oder Auftraggebenden nach dem gewünschten Format und testen Sie, ob sich die Datei in der vorgesehenen Software zuverlässig weiterbearbeiten lässt. So wählen Sie ein Programm, das zu Ihrer Aufgabe passt, statt sich allein von seinem Ruf leiten zu lassen.

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