Stromanbieter online vergleichen und wechseln

Für den Stromanbieterwechsel genügen zunächst Ihre letzte Jahresrechnung und der Verbrauch in Kilowattstunden. Auch Ihre Postleitzahl brauchen Sie für den Vergleich. Mit diesen Angaben vergleichen Sie passende Tarife und deren voraussichtliche Jahreskosten. Achten Sie auf Grundpreis und Arbeitspreis: Der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch an, der Arbeitspreis für jede verbrauchte Kilowattstunde.

Vergleichen Sie Angebote auch ohne einmalige Boni und prüfen Sie Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisgarantie. Ein Vergleichsportal erleichtert die Suche, zeigt aber nicht unbedingt alle Anbieter. Die Ersparnis hängt vom Tarif und vom Haushalt ab.

Angaben für den Stromvergleich bereitlegen

Auf der Stromrechnung finden Sie Ihren Jahresverbrauch und meist auch den Namen Ihres aktuellen Tarifs. Nutzen Sie den tatsächlichen Verbrauch, sofern er vorliegt. Ein Schätzwert kann zu einem ungenauen Vergleich führen. Falls Sie gerade erst eingezogen sind und noch keine eigene Rechnung haben, orientieren Sie sich an einer realistischen Verbrauchsschätzung und vergleichen Sie später erneut mit dem tatsächlichen Verbrauch.

Halten Sie außerdem Ihre Postleitzahl bereit: Stromtarife und Preise unterscheiden sich nach Wohnort. Prüfen Sie auf der Rechnung oder im Kundenportal, wann Ihr Vertrag endet und welche Kündigungsfrist gilt. Bei einer Preiserhöhung zählt die Frist für eine mögliche Sonderkündigung. Sie kann kürzer sein als die reguläre Kündigungsfrist.

Jahreskosten vergleichen

Vergleichen Sie den Grundpreis und den Arbeitspreis getrennt. Für eine einfache Schätzung gilt:

Jahreskosten = Grundpreis pro Jahr + Arbeitspreis pro Kilowattstunde × Jahresverbrauch

Ein niedriger Arbeitspreis allein macht einen Tarif nicht automatisch günstig. Bei geringem Verbrauch kann ein hoher Grundpreis den günstigen Arbeitspreis ausgleichen. Vergleichen Sie deshalb die gesamten Jahreskosten für Ihren Verbrauch. Prüfen Sie zusätzlich, ob der angezeigte Preis einen Bonus enthält.

Angabe Worauf Sie achten
Grundpreis und Arbeitspreis Beide Werte und die daraus berechneten Jahreskosten prüfen
Bonus Kosten mit und ohne Bonus vergleichen
Laufzeit und Kündigungsfrist Vertragsende und Frist für eine Kündigung feststellen
Preisgarantie Nachlesen, welche Preisbestandteile sie umfasst
Zahlungsweise und Service Vorkasse, Kaution, Paketmenge und Kontaktwege prüfen

Die Voreinstellungen eines Vergleichsportals beeinflussen, welche Tarife angezeigt werden. Prüfen Sie, ob die Suche tatsächlich alle Anbieter einbezieht und ob Filter die Ergebnisse einschränken. Manche Portale erhalten Provisionen von Anbietern. Vergleichen Sie deshalb die Angaben des Portals anschließend mit dem Tarifangebot auf der Website des Anbieters.

Ein einmaliger Bonus kann den Preis im ersten Jahr deutlich senken. Er lohnt sich, wenn Sie die Bedingungen erfüllen und der Bonus tatsächlich ausgezahlt wird. Prüfen Sie dafür den Vertrag und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Achten Sie zum Beispiel darauf, ob Sie den Strom für eine Mindestdauer abnehmen müssen oder ob eine Verbrauchsgrenze gilt. Rechnen Sie außerdem die Kosten für das Folgejahr ohne Bonus nach: Ein günstiges erstes Jahr sagt wenig über die Kosten danach aus.

Vertragsbedingungen prüfen

Bei Neuverträgen, die seit dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden, darf die erste Vertragslaufzeit höchstens zwei Jahre betragen. Nach dem Ende dieser Laufzeit darf die Kündigungsfrist maximal einen Monat betragen. Für ältere Verträge können andere Regeln gelten. Entscheidend sind außerdem die Bedingungen in Ihrem Vertrag.

Eine Preisgarantie schützt vor bestimmten Preiserhöhungen. Sie kann jedoch gesetzlich geregelte Kosten wie Netzentgelte, Steuern oder Abgaben ausschließen. Lesen Sie daher genau, welche Kosten die Garantie abdeckt und wie lange sie gilt.

Prüfen Sie auch, wie der Anbieter den Kundenservice organisiert. Bei Online-Tarifen läuft der Kontakt häufig über E-Mail oder ein Kundenportal. Wer telefonischen oder persönlichen Service bevorzugt, sollte vor dem Abschluss nachsehen, welche Kontaktwege der Anbieter anbietet.

Bei Vorkasse, Kautionen und Strompaketen sollten Sie genauer hinsehen. Bei Vorkasse zahlen Sie Geld, bevor Sie Strom verbrauchen. Geht der Anbieter insolvent, kann dieses Geld verloren sein. Bei einem Paketpreis bezahlen Sie eine festgelegte Strommenge. Weicht Ihr Verbrauch davon ab, können Mehrmengen teuer werden. Klären Sie auch, ob zusätzliche Messkosten in den Tarif eingerechnet sind. Für moderne und intelligente Zähler gelten unterschiedliche Kosten; Vergleichsportale weisen sie nicht immer gesondert aus.

Wenn Sie Ökostrom möchten, prüfen Sie die Tarifangaben genau. Die Bezeichnung allein sagt nicht aus, wie stark ein Tarif den Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich fördert. Labels wie das ok-power-Label oder das Grüner Strom Label können bei der Orientierung helfen.

Den Stromanbieterwechsel beauftragen

Wenn Sie einen Tarif ausgewählt haben, gleichen Sie Preis und Bedingungen noch einmal mit dem Angebot des Anbieters ab. Speichern Sie die Vertragsbestätigung und prüfen Sie, ob der Anbieter den Wechsel und die Kündigung Ihres bisherigen Vertrags übernimmt. Der neue Anbieter muss Ihnen mitteilen, ob und ab wann die Belieferung beginnt.

Beim Abschluss hilft diese Reihenfolge:

  1. Gleichen Sie Tarif, Jahreskosten und Bedingungen auf der Anbieterwebsite mit den Angaben im Vergleich ab.
  2. Festhalten, ob der neue Anbieter den bisherigen Vertrag kündigt oder ob Sie selbst kündigen müssen.
  3. Vertragsbestätigung und angekündigten Lieferbeginn aufbewahren.

Kündigen Sie selbst, wenn Sie den neuen Anbieter nicht mit der Kündigung beauftragt haben. Das gilt auch, wenn noch kein neuer Anbieter feststeht, etwa bei einem Auszug. Prüfen Sie bei einer Preiserhöhung oder einer kurzen Sonderkündigungsfrist besonders genau, ob der Anbieter rechtzeitig kündigt. Im Zweifel kündigen Sie selbst fristgerecht und informieren den neuen Anbieter.

Seit dem 6. Juni 2025 muss der technische Vorgang des Stromlieferantenwechsels an jedem Werktag innerhalb von 24 Stunden möglich sein. Diese Frist beendet keinen laufenden Vertrag und hebt Kündigungsfristen nicht auf. Sie betrifft die technische Zuordnung des Lieferanten, nicht Arbeiten am Stromzähler oder an Leitungen.

Umzug und Einzug planen

Ein Stromvertrag lässt sich nicht rückwirkend abschließen. Vereinbaren Sie deshalb möglichst vor dem Einzug einen Vertrag mit Ihrem Wunschanbieter. Wenn Sie vorher keinen Vertrag abschließen und Strom verbrauchen, kommt in der Regel zunächst ein Vertrag mit dem örtlichen Grundversorger zustande. Ein späterer Wechsel gilt dann für die Zukunft.

Wer umzieht, sollte den bisherigen Vertrag und die Fristen früh prüfen. Klären Sie mit dem Anbieter, ob der Vertrag an der neuen Adresse fortgeführt werden kann oder endet. Wenn Sie selbst kündigen müssen, berücksichtigen Sie die geltende Kündigungsfrist und bestätigen Sie dem neuen Anbieter, ab wann die Belieferung an der neuen Adresse beginnen soll.

Stromlieferung nach dem Wechsel prüfen

Notieren Sie den Zählerstand zum Wechseltermin und bewahren Sie ihn auf. Kontrollieren Sie außerdem die Bestätigung des neuen Anbieters: Sie sollte den Lieferbeginn nennen. Prüfen Sie nach der ersten Abrechnung, ob der Verbrauch und die vereinbarten Preise stimmen. Falls der alte Anbieter noch eine Schlussrechnung schickt, vergleichen Sie auch dort den Zählerstand und den Abrechnungszeitraum.

Ein Wechsel soll keine Unterbrechung der Stromversorgung auslösen. Der technische Wechsel betrifft die Zuordnung des Lieferanten. Falls der angekündigte Lieferbeginn unklar ist oder nicht mit Ihrer Vertragsbestätigung übereinstimmt, fragen Sie beim neuen Anbieter nach.

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