2010 berichteten Medien über ein mögliches Kaufinteresse an Euro-Cities, dem Berliner Unternehmen hinter Stadtplandienst.de. Sie bestätigten keinen abgeschlossenen Verkauf an Microsoft.
In Nutzungsbedingungen vom 22. Mai 2024 gab Euro-Cities weiterhin an, Eigentümerin des Stadtplandienstes und Inhaberin der Rechte zu sein. Das zeigt, wie das Unternehmen seine Stellung 2024 beschrieb. Es klärt aber nicht vollständig, was zwischen 2010 und 2024 geschah. Ein Verkauf an Microsoft ist damit nicht belegt.
Microsofts Kaufinteresse an Euro-Cities 2010
Am 26. September 2010 meldete Golem unter Berufung auf die Wirtschaftswoche, Microsoft sei an einer Übernahme von Euro-Cities interessiert. Das Unternehmen betrieb Stadtplandienst.de sowie Kartendienste in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. In dem Bericht ging es auch um detaillierte deutsche Kartendaten, die Microsoft für Bing Maps nutzen wollte.
Laut Golem schätzte die Wirtschaftswoche ein, wie wahrscheinlich ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen war. Diese Einschätzung belegt keinen Vertragsabschluss. Auch Microsofts zitierte Antwort, man könne zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Einzelheiten nennen, bestätigte oder dementierte eine Übernahme nicht.
Die Meldung berichtet also über Kaufinteresse und mögliche Verhandlungen. Sie belegt weder einen Kaufvertrag noch eine tatsächliche Übernahme von Euro-Cities oder Stadtplandienst.de durch Microsoft.
Euro-Cities’ Eigentumsangabe von 2024
In ihren Nutzungsbedingungen vom 22. Mai 2024 gab Euro-Cities an, Eigentümerin von Stadtplandienst und Inhaberin der für den Betrieb nötigen Rechte zu sein. Damit ist konkret belegt, wie das Unternehmen seine Stellung zu diesem Zeitpunkt beschrieb.
Diese Angabe klärt aber nicht vollständig, wem der Dienst seit 2010 gehörte. Sie dokumentiert mögliche Gespräche, Veränderungen oder Transaktionen in den Jahren dazwischen nicht lückenlos. Wer die Eigentumsverhältnisse belegen muss, sollte deshalb aus dem damaligen Bericht oder den späteren Nutzungsbedingungen keine Schlüsse für alle Jahre ziehen.
Was zum Verkauf an Microsoft belegt ist
Die Überschrift „Kein Verkauf an Microsoft“ fasst den belegten Stand zusammen: Die genannten Informationen belegen keinen abgeschlossenen Verkauf. Sie reichen aber auch nicht aus, um mit letzter Sicherheit auszuschließen, dass es zwischen 2010 und 2024 eine Eigentumsänderung oder eine andere Transaktion gab.
2010 wurde über mögliches Kaufinteresse berichtet; 2024 gab Euro-Cities an, Eigentümerin zu sein. Wer über den Vorgang schreibt, sollte die damalige Einschätzung nicht rückblickend als Beleg für die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs darstellen und Microsofts knappe Antwort nicht als Absage verstehen.
Karten richtig verwenden
Die Eigentumsfrage bestimmt nicht, wofür man eine Karte verwenden darf. Euro-Cities’ Nutzungsbedingungen unterscheiden zwischen persönlicher Nutzung und anderen Zwecken. Für bestimmte Nutzungen kann eine Lizenz nötig sein. Wer eine Karte in einem geschäftlichen Angebot einsetzen möchte, sollte die aktuell geltenden Bedingungen dafür prüfen. Das gilt auch für die Nutzung auf einer Website oder in gedrucktem Material.
Die Nutzungsbedingungen von 2024 belegen auch nicht, dass der Dienst heute noch genauso verfügbar ist. Wer eine Karte nutzen will, sollte die aktuellen Angaben des Anbieters und die dann geltenden Bedingungen prüfen.

